MPU Ablauf 

Nachfolgend finden Sie Informationen über den Ablauf der Medizinisch – Psychologischen Untersuchung (MPU). 

Für den Untersuchungstag erhalten Sie von der Begutachtungsstelle eine genaue Uhrzeit als Termin. Die Gesamtdauer der Untersuchung beläuft sich etwa auf 2.5 Stunden.

Der Ablauf der MPU in der Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) lässt sich in die folgenden vier Abschnitte einteilen: 

Fragebögen

Die Fragebögen dienen der Vorbereitung für das Gespräch beim Arzt und Psychologen. Sie bekommen daher einen medizinischen und einen psychologischen Fragebogen.  Im medizinischen Fragebogen geht es hauptsächlich um Fragen zu ernsthaften Erkrankungen, Medikamenteneinnahmen, ob Sie derzeit in ärztlicher Behandlung sind, aber auch ob bei Ihnen bereits eine Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit diagnostiziert wurde. 

Der psychologische Fragebogen ist kein Test zu Ihrer Persönlichkeit. Vielmehr geht es um biographische Angaben wie Beruf, Alter, Familienstand, etc. Es geht aber auch um die aktenkundigen Verstöße. Beispielsweise wann und wie oft Sie den Führerschein verloren haben, wie viel Promille gemessen wurde, wie viel Sie davor getrunken haben, wie die Fahrstrecke insgesamt gewesen ist, wie weit sie tatsächlich gekommen sind, bevor es zum Unfall oder zum Anhalten durch die Polizei kam, wie ihr Zustand war, etc. 

Im Allgemeinen sind die Delikte aktenkundig. Es empfiehlt sich die Fragebögen gewissenhaft auszufüllen, da sich Widersprüche zu den aktenkundigen Fakten negativ auf die MPU auswirken können. Unklarheiten zu den Fragebögen können Sie im anschließenden Gespräch mit dem Arzt und Psychologen besprechen.  

Reaktions- und Leistungstests

Hier kommen verschiedene Computer-basierte Testgeräte zum Einsatz. Dabei geht es um Ihre Konzentrations- und Reaktionsgeschwindigkeit. Sie werden vor Ort in die Tests eingewiesen. Die Tests werden im Laufe immer schwieriger, lassen Sie sich dadurch nicht stressen. Es geht darum auch zwischen guten und sehr guten Testpersonen differenzieren zu können. Für das Bestehen in der MPU sind die Anforderungen recht niedrig. Falls es wider Erwarten geschieht, dass Sie den Minimalwert unterschreiten, bleibt Ihnen immer noch die Fahrverhaltensbeobachtung. Diese ist ähnlich wie die praktische Führerscheinprüfung, nur eben durchgeführt vom Verkehrspsychologen. Fehler mit denen Sie durch eine Führerscheinprüfung fallen würden, fallen hier mitunter nicht so sehr ins Gewicht. Es geht vielmehr um den Gesamteindruck ihrer Leistungsfähigkeit im Verkehr (Orientierung, Regeleinhaltung, Sicherheit in der Bedienung, etc.)

Medizinische Untersuchung

In der medizinischen Untersuchung interessiert sich der Arzt oder Ärztin vor allem dafür, ob es Anzeichen gibt, die auf aktuellen Alkohol- oder Drogenmissbrauch hindeuten. Es ist eine anlassbezogene Diagnostik – die Untersuchung erfolgt aufgrund ihrer persönlichen Vorgeschichte. Vom besonderen Interesse sind die Leberwerte. Wenn diese am Tag der Untersuchung erhöht sind und Sie keine plausible medizinische Erklärung parat haben, ist das sehr ungünstig. Lassen Sie daher ihre Leberwerte (GOT, GGT, GPT) – mindestens einige Wochen –  vor der MPU von einem Arzt bestimmen.

Psychologisches Explorationsgespräch

Saubere Abstinenzbelege und gutes Abschneiden in den Tests sind noch nicht ausreichend für eine positive MPU. Um es klar und deutlich zu sagen: Es ist nicht einmal die Hälfte der Miete. Auf das psychologische Explorationsgespräch sollten Sie sich gut vorbereiten. Der Psychologe weiß aus den Akten bereits sehr viel zu Ihrer Vorgeschichte. Das Gespräch ist ein dynamischer Prozess und hängt auch von Ihren Antworten ab, in welche Richtung das Gespräch läuft. Kurzum: Sie sind nicht vor Gericht. Entsprechende Verteidigungsstrategien wie Informationen zurückhalten, nur kurz und knapp zu antworten und zu leugnen was das Zeug hält, wird ziemlich genau das Gegenteil bewirken und ist somit ein sicherer Weg zu einer negativen MPU.